kek. Vor 30 Jahren bewegte den Untergrombacher Peter Kaiser so Einiges: 1989 sollten Obergrombach und Untergrombach das Jubiläum „Erste urkundliche Erwähnung von ‚Grombach‘ vor 1 200 Jahren“ feiern. Was also beisteuern? Kaiser gründete kurz entschlossen ein Schauspiel um den Untergrombacher Bundschuh-Bauern-Führer Joß Fritz, den Untergrombacher Theater- und Kulturverein Bundschuh, TKV und der führte sein Schauspiel auf.
Die engagierten Vereinsmitglieder bekamen hinter dem Untergrombacher Heimatmuseum ein Areal, das zu einem Freilufttheater wurde. 1996 folgte Peter Sterzenbach seinem Namensvetter Peter Kaiser als Vorsitzender. Die Aufführungen des Bundschuh nahmen an Attraktivität zu und waren in der Regel ausverkauft. Dazu kam vor zwölf Jahren der Winterzauber. Ein Novum war 2018 die Sommerspielsaison des TKV: Erstmals wurden drei Schauspiele gezeigt, darunter zum Auftakt das Theaterstück Fuffzich von Mundartautor Harald Hurst – neunmal ausverkauft.
Inzwischen hat der TKV eine eigene Jugend, der rund 30 vier- bis 18-jährige Schauspieler angehören. 2018 zeigten sie Das fliegende Klassenzimmer mit immerhin 22 Sprechrollen vier Mal. Die Jugend besucht Regie-, Schauspiel- und Maskenbildnerkurse. Mit Corina Janzer hat sie eine eigene Regisseurin und verwaltet sich selbst. 2019 steht Pippi im Takka-Tukka-Land auf ihrem Spielplan.
Das Hauptensemble des TKV widmete sich 2018 der Krimi-Komödie Die Rose von Eaton – sechsmal ausverkauft. Laut Sterzenbach ist der TKV stets mit dem Ausbau des Atriums befasst. Eine weitere Treppenstufe schuf Platz für mehr Zuschauer, 60 Tonnen Natursteine wurden auf dem Hof und neue Wasser- und Stromleitungen verlegt. Maßnahmen im Kellertheater sind in Absprache mit der Stadt geplant.
Für 2019 laufen die Vorbereitungen. Die Schauspieler wählten Drei Männer im Schnee – eine Herausforderung für die Bühnenbildner bei Aufführungen im Sommer.

Inszenierung des Freilichttheaters begeistert

kek. Der Theater- und Kulturverein „Bundschuh“ in Untergrombach verblüfft erneut durch seine Wandlungsfähigkeit. Nach der ersten Nutzung des Gewölbekellers als „Kellertheater“ im Frühsommer verwandelte jetzt Bühnenbildner Harry Wolf das Atrium des Theatervereins in ein englisches Herrenhaus der 1930er Jahre. Zur Aufführung kam die humoristische Kriminalkomödie „Die Rose von Eaton“ von Ralf und Thomas Jost. Das Autoren-Duo war extra zur Premiere angereist und war von der Aufführung begeistert – genauso wie das Premierenpublikum, das mit Szenen- und Schlussapplaus nicht sparte.

Zum Inhalt: Im Haus von Lord Enderby, Earl of Eaton (Heinz Schrumpf) laufen die Verlobungsvorbereitungen des Hausherrn mit der Bürgerlichen Mary Steward (Uli Lauber). Doch da beendet jäh ein in die Brust gerammter Brieföffner das Leben der Braut. Inspector Gregory Homa (Norbert Müller) – nach eigener Überzeugung einer der besten Ermittler bei Scotland Yard – und seiner Assistentin, Constable Veronika Wilson (Selina Müller) hat gleich eine Fülle von Verdächtigen. Da wären das Hauspersonal: Butler James (Theo Stober), Hausdame Petulia Lark (Renate Sterzenbach) und Köchin Miss Oliver (Sabine Buhl) sowie die Gärtnerin Rosemary Demeter (Sabine Neuberth), das nicht gut auf die arrogante Verblichenen zu sprechen ist. Aber auch die Tochter des Earls, Lady Victoria (Tamara Zimmermann) und deren Verlobter, Lord Cedric Fountleroy (Heribert Groß) hatten Grund, das Ableben von Mary Steward zu begrüßen – bleibt doch so das Erbe ungeschmälert. Noch eine dritte Partei steht im Focus der Ermittler: Lady Elisabeth (Heidi Schlotter), Schwiegermutter aus erster Ehe, und deren Betreuerin Nightingale (Sylvia Modery) von der Heilsarmee.

Im Stile eines Hercule Poirot oder Miss Marple zieht Inspektor Home scharfsinnige Schlussfolgerungen, nach denen jeder Grund hätte, das Ableben der Verstorbenen zu begrüßen. Und welche Rolle spielt die Botengängerin Daisy (Eva Glaser) bei dem Mord-Wirrwarr? Die endgültige Aufklärung des Verbrechens ist für alle überraschend.

Mit der Inszenierung der „Rose von Eaton“ haben die Schauspieler um Regisseurin Uli Lauber und das Co-Regie-Team Eva und Norbert Müller eine schwere Aufgabe ausgezeichnet gemeistert. Allein die stilechten Kostüme und Haarfrisuren waren eine Klasse für sich. Begleitet von Sophie Reiser am Klavier, wandelten sich die Schauspieler außerdem in Sänger und bewiesen bei der Aufführung ihr Stimmvolumen.

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Fliegendes Klassenzimmer zieht Gäste in seinen Bann

BNN/cha. Mit einem Klassiker von Erich Kästner begeisterte der Nachwuchs des Theater- und Kulturvereins Bundschuh Untergrombach das Publikum. Bei der Premiere hatten die 21 Akteure des Jugendtheaters ihre Gäste in den Bann gezogen. Auch Ortsvorsteher Karl Mangei kam zur ersten Aufführung. „Wir sind sehr stolz auf unser Jugendtheater“, erklärte der Vereinsvorsitzende Peter Sterzenbach: „In diesem Jahr haben wir zudem zur Integration beigetragen und zusätzlich neue Akteure für uns gewinnen können. Das verdanken wir nicht zuletzt unserer hervorragenden Jugendarbeit.“
Extra für dieses Stück hatte der Verein einen Schauspielexperten aus der Schweiz anreisen lassen, der in einem eintägigen Workshop mit den Kindern und Jugendlichen die Prügelszene einstudiert hat. „Mittlerweile ist der Nachwuchs in allen Sparten vertreten: Schauspielerei, Bühnenbild, Maske, Kostüme – bei Interesse darf jeder mithelfen und sich aktiv einbringen“, berichtete Sterzenbach stolz.
Die Geschichte des Fliegenden Klassenzimmers handelt von fünf Internatsschülern, die in der Weihnachtszeit aufregende Abenteuer erleben. Mut, Toleranz, Freundschaft und Gemeinschaft sind dabei zentrale Themen. In den Hauptrollen sind Sofia Dulevska, Caroline Halter, Julia Kaiser, Annika Potthoff, Jarno Lindenfelser, Oskar Halter und Jelena Eisinger zu sehen. Erich Kästner wird von Samara Fiedler dargestellt. Die Regie führt Tanja Dulevska und Corina Janzer. Das Bühnenbild wurde von Harry Wolf entworfen und umgesetzt.

Sterzenbach dankte allen, die zum Gelingen des Stückes beitragen. „Auch unseren Nachbarn gilt ein besonderer Dank, die während der Freilicht-Saison nicht nur die Aufführungen sondern auch die Proben hören.“ Weitere Aufführungen sind am 29. Juni ab 18.30 Uhr und am 30. Juni ab 15 Uhr.

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TKV führt erstmals im Bundschuh-Keller ein Theaterstück auf / Applaus von Autor Hurst
Bruchsal-Untergrombach (kek). Peter Sterzenbach und seine Crew vom TKV Untergrombach haben eine doppelte Premiere gefeiert: die erfolgreiche Aufführung der Komödie Fuffzich des Autors Harald Hurst und die erste Nutzung des Bundschuh-Kellers auf dem Atriumsgelände. Zu Beginn der 1990er-Jahre hatte sich der TKV – damals noch unter der Ägide von Peter Kaiser – daran gemacht, den Gewölbekeller hinter dem Heimatmuseum in ein Schmuckstück zu verwandeln. In vielen Arbeitseinsätzen wurde der Keller ausgeräumt, ausgefugt, mit einem offenen Kamin und elektrischem Licht ausgestattet. Jetzt erlebte er seine Nutzung als Schauspielort.
Mundartdichter Hurst, der der Premiere in Untergrombach beiwohnte, schrieb den Zweiakter Fuffzich 2001. Eberhard (Siegbert Waldbüßer) steht am Vorabend seines 50. Geburtstages, und für ihn steht felsensicher fest: „Ich mach’ nix.“ Das Geburtstagskind in spe ist um keinen Preis bereit, sein Wiegenfest mit allen Freunden und Verwandten zu feiern. Stattdessen schwebt ihm die Zweisamkeit mit seiner Ehefrau Dagmar in einer Pension im Elsass vor. Doch er hat die Rechnung ohne Eheweib Dagmar (Gabi Braun) gemacht. Mit allen Mitteln versucht sie, Eberhard von der Notwendigkeit einer großen Feier zu überzeugen.
Da taucht unverhofft Edgar (Gunter Honauer), ein Freund des Hauses, auf. Nach und nach kommt der Grund für Dagmars Hartnäckigkeit wegen einer großen Geburtstagsfeier an das Tageslicht. Sie hat schon seit Monaten ein Verhältnis mit Edgar, und mit der Party wollte sie Eberhard die Trennung versüßen. Eberhard hat vor einiger Zeit ein Verhältnis mit einer gewissen Simone, Dagmar war dahinter gekommen und fand in Frauenversteher Edgar den idealen Ansprechpartner. Edgar nutzte die Gunst der Stunde und erfreute sich bald der Gunst von Dagmar, so dass diese die Trennung von Eberhard beschloss. Eberhard ist bei dieser Entwicklung wie vor den Kopf gestoßen. Dann beginnt er mit bewegten Worten einen rhetorischen Kampf um sein Eheglück – und es gelingt ihm tatsächlich, den Entschluss von Dagmar ins Wanken zu bringen. Zu guter Letzt entscheidet sich Dagmar doch für Eberhard, dieser stimmt einer Party zu – nur Edgar schaut in die Röhre.
Das Publikum sparte nicht mit Szenenapplaus für die Schauspieler. Gunter Honauer spielte nicht nur Hausfreund Edgar, sondern war auch für die Regie verantwortlich.
Die Atmosphäre des Kellers sowie die Nähe von Publikum und Akteuren sorgten für ein besonderes Erlebnis. Dem konnte sich auch Harald Hurst nicht entziehen. Er zeigte sich positiv überrascht über Keller und Schauspieler. Das Stück wird an den kommenden beiden Wochenenden noch sechsmal aufgeführt. Karten sind noch in Moni’s Haarstudio in Untergrombach zu bekommen.
 
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