Doppelte Premiere im Untergeschoss

TKV führt erstmals im Bundschuh-Keller ein Theaterstück auf / Applaus von Autor Hurst
Bruchsal-Untergrombach (kek). Peter Sterzenbach und seine Crew vom TKV Untergrombach haben eine doppelte Premiere gefeiert: die erfolgreiche Aufführung der Komödie Fuffzich des Autors Harald Hurst und die erste Nutzung des Bundschuh-Kellers auf dem Atriumsgelände. Zu Beginn der 1990er-Jahre hatte sich der TKV – damals noch unter der Ägide von Peter Kaiser – daran gemacht, den Gewölbekeller hinter dem Heimatmuseum in ein Schmuckstück zu verwandeln. In vielen Arbeitseinsätzen wurde der Keller ausgeräumt, ausgefugt, mit einem offenen Kamin und elektrischem Licht ausgestattet. Jetzt erlebte er seine Nutzung als Schauspielort.
Mundartdichter Hurst, der der Premiere in Untergrombach beiwohnte, schrieb den Zweiakter Fuffzich 2001. Eberhard (Siegbert Waldbüßer) steht am Vorabend seines 50. Geburtstages, und für ihn steht felsensicher fest: „Ich mach’ nix.“ Das Geburtstagskind in spe ist um keinen Preis bereit, sein Wiegenfest mit allen Freunden und Verwandten zu feiern. Stattdessen schwebt ihm die Zweisamkeit mit seiner Ehefrau Dagmar in einer Pension im Elsass vor. Doch er hat die Rechnung ohne Eheweib Dagmar (Gabi Braun) gemacht. Mit allen Mitteln versucht sie, Eberhard von der Notwendigkeit einer großen Feier zu überzeugen.
Da taucht unverhofft Edgar (Gunter Honauer), ein Freund des Hauses, auf. Nach und nach kommt der Grund für Dagmars Hartnäckigkeit wegen einer großen Geburtstagsfeier an das Tageslicht. Sie hat schon seit Monaten ein Verhältnis mit Edgar, und mit der Party wollte sie Eberhard die Trennung versüßen. Eberhard hat vor einiger Zeit ein Verhältnis mit einer gewissen Simone, Dagmar war dahinter gekommen und fand in Frauenversteher Edgar den idealen Ansprechpartner. Edgar nutzte die Gunst der Stunde und erfreute sich bald der Gunst von Dagmar, so dass diese die Trennung von Eberhard beschloss. Eberhard ist bei dieser Entwicklung wie vor den Kopf gestoßen. Dann beginnt er mit bewegten Worten einen rhetorischen Kampf um sein Eheglück – und es gelingt ihm tatsächlich, den Entschluss von Dagmar ins Wanken zu bringen. Zu guter Letzt entscheidet sich Dagmar doch für Eberhard, dieser stimmt einer Party zu – nur Edgar schaut in die Röhre.
Das Publikum sparte nicht mit Szenenapplaus für die Schauspieler. Gunter Honauer spielte nicht nur Hausfreund Edgar, sondern war auch für die Regie verantwortlich.
Die Atmosphäre des Kellers sowie die Nähe von Publikum und Akteuren sorgten für ein besonderes Erlebnis. Dem konnte sich auch Harald Hurst nicht entziehen. Er zeigte sich positiv überrascht über Keller und Schauspieler. Das Stück wird an den kommenden beiden Wochenenden noch sechsmal aufgeführt. Karten sind noch in Moni’s Haarstudio in Untergrombach zu bekommen.
 
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